Einstieg bei der Boston Consulting Group: So geht's!
Diesmal berichtet Friederike von Redwitz von „ihrem“ Unternehmen, der Boston Consulting Group.
Wie viele MP3-Player gibt es in Deutschland? Lohnt es sich, ein Elektroauto zu fahren? Wie könnte ein deutscher Kosmetikproduzent neue Märkte in Dubai erschließen? Wer sich bei der Boston Consulting Group (BCG) um einen Job als Unternehmensberater bewirbt, muss mit ungewöhnlichen Fragen jenseits des Lebenslaufs rechnen. „Im persönlichen Gespräch wollen wir feststellen, ob der Bewerber ein Problem logisch angeht und die richtigen Fragen stellt. Es geht weniger um Fachwissen oder die korrekte Lösung, sondern um analytisches, aber auch kreatives Vorgehen“, sagt Christian Greiser, der für das Recruiting verantwortliche Geschäftsführer bei BCG.
Voraussetzungen & Bewerbungsprozess
Doch welche Vorraussetzungen qualifizieren eigentlich für den Beraterberuf? Klar, sehr gute Noten sind wichtig, ebenso wie erste Auslands- und Praxiserfahrung. „Von unseren künftigen Beratern erwarten wir aber auch den berühmten Blick über den Tellerrand – egal, ob sie in den Semesterferien Schulkinder in Guatemala unterrichten, im Orchester Marimbaphon spielen oder für ihre Handballmannschaft in der Regionalliga Tore schießen“, sagt Christian Greiser. Die Fachrichtung spielt dagegen keine Rolle – nur die Hälfte der BCG-Berater sind Wirtschaftswissenschaftler. „Wir suchen Biochemiker ebenso wie Geologen oder Elektrotechniker“, erläutert Greiser, der selbst Maschinenbau studiert hat.
Wichtig ist zudem die Freude an der engen Zusammenarbeit mit Kollegen – schließlich bearbeiten die BCG-Berater ihre Projekte stets in Teams. Da sich ein Berater regelmäßig mit einem neuen Projekt, einem neuen Kunden, einer neuen Fragestellung beschäftigt, sollten Bewerber überdies neugierig auf immer neue Herausforderungen sein. Wer diese Kriterien erfüllt und sich für eine steile Karriere in der Wirtschaft entscheidet, reicht zunächst seine Bewerbungsunterlagen ein – am besten per E-Mail oder über das Onlineformular auf bcg.de/karriere.
Die anschließenden Interviews verlaufen in zwei Runden. Am ersten Tag führt der Bewerber zwei Gespräche; kommt er in die zweite Runde, sind es noch einmal vier. Im Mittelpunkt dieser Gespräche steht neben dem Lebenslauf und der Motivation des künftigen Consultants die Bearbeitung von Fallstudien. „Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen führen bei uns nicht Mitarbeiter einer Personalabteilung die Interviews, sondern Berater, also die künftigen Kollegen und Teamleiter des Bewerbers“, sagt Greiser. „Sie prüfen nicht nur die analytischen und kommunikativen Fähigkeiten ihres Gesprächspartners, sondern überlegen auch, ob sie ihn gern in ihren Teams hätten und ihn mit zum Kunden nehmen würden. Das sind sehr wichtige Kriterien für uns.“ Auch die soziale Kompetenz des Bewerbers zählt. Kann er gut zuhören oder redet er immer nur selbst? Ist er bescheiden oder eingebildet? „Da fragen wir auch mal die Rezeptionistin nach ihrem spontanen Eindruck“, ergänzt Greiser. Cornelia Hauth hat den Interviewmarathon erst vor wenigen Monaten durchlaufen. Während ihres Studiums lernte die Ingenieurin BCG bei einem Workshop kennen und entschied sich daraufhin für einen Berufsstart in der Beratung. „Schon während des Workshops haben mir die BCG-Berater Tipps gegeben, worauf ich in den Vorstellungsgesprächen achten sollte. Vorbereitet habe ich mich dann mit Büchern, die sich speziell mit dem Einstieg in Unternehmensberatungen befassen.
Außerdem habe ich das aktuelle Wirtschaftsgeschehen in den Medien besonders aufmerksam verfolgt“, berichtet sie. „Nach den ersten beiden Interviews haben mich meine zwei Gesprächspartner kontaktiert, um mir Feedback zu geben – das fand ich sehr hilfreich.“ In den folgenden zwei Wochen nahm sich Cornelia Hauth noch einmal mehrere Beispielfälle aus Büchern und aus dem Internet vor. Das Ergebnis: Noch am Abend des zweiten Interviewtages erhielt sie eine Zusage.
Als Ingenieurin nahm Hauth in ihren ersten zwei Wochen bei BCG zunächst an einem Mini-MBA speziell für Absolventen wirtschaftsferner Studienfächer teil. Im offiziellen Einstiegstraining lernte sie dann gemeinsam mit den anderen Nachwuchsberatern die wichtigsten Grundlagen ihres künftigen Berufs kennen. Wie die meisten Einsteiger beginnt sie ihre Karriere bei BCG als „Associate“; etwa alle zwei Jahre steht dann der Sprung auf die nächste Karrierestufe an: zum „Consultant“, zum „Projektleiter“, zum „Principal“ und schließlich zum Geschäftsführer und teilhabenden Partner. Zwei Ausnahmen zur Regel: Absolventen mit Bachelorabschluss steigen bei BCG als „Junior Associates“ ein, wer mit Doktortitel zu BCG kommt, direkt als „Consultant“. Für Cornelia Hauth steht jetzt aber zunächst das erste Projekt an: Gemeinsam mit ihrem Team soll sie die Entwicklungsabteilung eines Industrieunternehmens neu aufstellen. „Unsere Berater arbeiten von Beginn an auf Kundenprojekten mit und übernehmen sofort die Verantwortung für einzelne Aufgabenbereiche“, sagt der für das Recruiting verantwortliche Greiser. „Diese Aufgabenbereiche werden nach und nach immer anspruchsvoller.“
Hauth soll in ihren ersten Wochen als Beraterin analysieren, wie Wettbewerber des Kunden ihre Entwicklungsabteilungen aufgestellt haben. Drei Tage lang arbeitet sie sich vom Büro aus in das Projekt ein – und dann wird es ernst: Morgen wird sie zum ersten Mal mit ihren Teamkollegen zum Kunden fahren.
Ein- und Aufstieg bei BCG
1. Die wichtigsten Einstiegsvoraussetzungen:Sehr gute Noten, erste Auslands- und Praxiserfahrung, außeruniversitäres Engagement, hervorragende analytische und kommunikative Fähigkeiten
2. Möglichkeiten, den Beraterberuf auszuprobieren: • Bei einem Praktikum: Dauer zwischen sechs und zwölf Wochen. • Im Rahmen einesWorkshops: Die BCG-Veranstaltungen sind keine Assessmentcenter, keiner geht mit einem Angebot nach Hause.
3. Bewerbungsprozess: • Schriftliche Bewerbung, am besten per Internet oder E-Mail • Erste Gesprächsrunde (zwei Interviews), zweite Gesprächsrunde (vier Interviews), Zusage sofort nach der zweiten Gesprächsrunde
4. Karrierestufen: Junior Associate, Associate, Consultant, Projektleiter, Principal, Partner. Einstieg als Associate. Ausnahmen: Mit Bachelorabschluss als Junior Associate, mit Promotion direkt als Consultant. Beförderung leistungsabhängig etwa alle zwei Jahre
Kontakt für Bewerber: Ortrud Görne, Tel.: 089 2317-4429
E-Mail: Goerne.Ortrud@bcg.com, www.bcg.de/karriere
Das Unternehmen
Die Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatungund weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie.









