Die Chipleader

100 Millionen verkaufte Games: Die Sims sind eine der Cashcows von EA

Hier gibt es nichts zu jammern: Der Gameindustrie verzeichnet seit Jahren kontinuierlich zweistellige Zuwachsraten, hat schon lange die Musikindustrie überholt und wird Prognosen zufolge in naher Zukunft mehr Umsatz machen als die Filmindustrie.

 

Deutschland zockt: Etwa sieben Prozent ihres weltweiten Umsatzes macht die Computer- und Videospielindustrie in Deutschland. Computer und Videospielkonsolen haben  in deutschen Haushalten inzwischen eine enorme Verbreitung gefunden: In mehr als einem Drittel der etwa 40 Millionen bundesdeutschen Haushalte werden Computer auch zum Spielen verwendet oder es findet sich mindestens eine Videospielkonsole. Die Branche ist schon lange aus der Nische getreten, alte Klischees verblassen mehr und mehr.  Der blasse picklige Nerd wird zwar noch von Zeit zu Zeit bemüht, spiegelt aber die Realität kaum wider.

Videogames haben ein neues Klientel gefunden, sind gesellschaftsfähig geworden. Aus der Nische in die Mitte der Gesellschaft, so schlägt man irgendwann sogar Hollywood. Dieser Coup war geplant und kein Zufall. Bereits vor fünf Jahren auf der Branchenmesse Games Convention verriet die damalige PR-Managerin Claudia Langer, wohin die Reise gehen soll: “Games sollen aktiver gespielt werden und zusammen mit seinen Freunden. Es soll das Gemeinschaftsgefühl Videospielen geben. Und Frauen werden zu einer immer wichtigeren Zielgruppe werden.” In der Tat haben Spiele wie Buzz oder Sing Star Videogames ein völlig neues Zielpublikum beschert und Konsolen wie Nintendos Wii nicht nur Bewegung in den Markt, sondern auch die Spieler gebracht. Nach wie vor sind die elektronischen Spiele aber noch eine Domäne der Männer. Der Frauenanteil beträgt in Deutschland über alle Plattformen und Genres hinweg etwa 17 Prozent – Tendenz allerdings stark steigend. Denn Spiele wie die Sims, bei denen die soziale Interaktion im Vordergrund steht, haben in den USA inzwischen einen Frauenanteil von fast 50 Prozent; und auch in Deutschland ist mehr als jeder dritte Sims-Spieler weiblich. Geschlechterspezifisch sind auch die Genrepräferenzen – Frauen bevorzugen zumeist Rollen- und Adventurespiele, männliche Gamer favorisieren Aufbaustrategie-, Action- und Sportspiele. Allerdings sind Genrepräferenzen nicht nur geschlechts- und altersbedingt, sondern lassen sich auch an den unterschiedlichen Plattformen ausmachen. So wird der PC ganz klar von Aufbau- und Echtzeitstrategen wie auch Rollenspielfans dominiert, Action- und Sportspielanhänger bevorzugen hingegen die Konsole, Jump `n´ Run-Fans benutzen zumeist den Gameboy. Online-Spieler sind zurzeit noch überwiegend auf den Computer angewiesen, doch die neueste Konsolengeneration will mittelfristig auch diesen Bereich erschließen.In punkto Software ist der Nintendo DS mit einem aktuellen Anteil von 36,4 Prozent an der Gesamtverkaufsmenge aller Videospiele derzeit Marktführer. Im vergangenen Quartal wurden 1,4 Millionen Spiele für das Handheld-Gerät an die Konsumenten gebracht. Die Konsolensoftware für Nintendo Wii erreichte einen Anteil von 15 Prozent. Ob sich hier in Zukunft noch negative Auswirkungen bemerkbar machen werden, sei zum jetzigen Zeitpunkt aber auch schwer einschätzbar. Rechnet man DS und Wii zusammen kommt Nintendo nun auf über 50 Prozent Marktanteil bei der Software. Die gesteigerten Umsatzzahlen sind nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Branche mehr und mehr den Massenmarkt ins Visier genommen und so genannte Casual Games  eingeführt hat. "Dank innovativer Konzepte erschließen die Hersteller und Publisher erfolgreich neue Zielgruppen", meint Altig. Das zeigt sich auch an dem Fitnessspiel "Wii Fit". Das Game entpuppte sich als absoluter Topseller der vergangenen Monate. Ebenfalls stark waren die Spiele "Mario Kart Wii" und "Super Smash Bros. Brawl". "Videospiele sind mittlerweile ein Teil des Alltags", sagt auch Eric Jannot, Sprecher des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), im pressetext-Interview. "Insofern ist der Umgang mit dem Themengebiet heute auch ein ganz anderer als noch vor wenigen Jahren."


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