Wieviel Umweltschutz steckt in der Abwrackprämie?
Nachgefragt bei Wolfgang Steichele vom ADAC
Die Abwrackprämie ist laut Drucksache des Bundestages ein konjunktur- und umweltpolitisches Programm. Das erste glauben wir sofort, das letztere nicht unbedingt. Wieviel Umweltschutz steckt wirklich drin?
Ich halte die Abwrackprämie für eine gute Maßnahme, jedoch ist ganz klar, dass sie dem Pkw-Absatz dienen soll – so wurde sie auch betitelt, als “Programm zur Stärkung der Pkw-Nachfrage”. Was den Umweltgedanken angeht, so gibt es sicher unter Umständen positive Effekte, allein schon weil die meisten Neuwagen eher sparsam im Verbrauch sind.
Gleichzeitig ist es im Rahmen dieses Programmes durchaus möglich, einen 3,5 Liter verbrauchenden VW Lupo gegen einen 15 Liter verbrauchenden Neuwagen einzutauschen und dafür die Abwrackprämie zu kassieren. Nur, weil ein Wagen neun Jahre alt ist, bedeutet es nicht, dass es eine Benzinschleuder ist und nur weil ein Auto Abgasnorm EURO 4 entspricht, bedeutet das nicht, dass es wenig verbraucht.
Die Herstellung eines Neuwagens verbraucht sicherlich eine Menge Energie. Ist es überhaupt sinnvoll, alt gegen neu zu tauschen?
Es gibt die Faustregel, dass ein bis zwei Jahre Betrieb etwa dem Energieverbrauch der Herstellung entsprechen.
Kann man das einmal beziffern?
Ein durchschnittlicher Wagen – 8,2 Liter auf hundert Kilometer, Lebensdauer zehn Jahre – verbraucht insgesamt 132.900 Kilowattstunden, während die Herstellung rund 15.400 Kilowattstunden verschlingt. Wenn der Altwagen dem Recycling zugeführt wird, bringt das noch eine Ersparnis von 3.600 Kilowattstunden. Die Zahlen sind nicht so absolut neu, sodass man von einer Optimierung in der Herstellung ausgehen kann. Wenn man dazu noch bedenkt, dass viele Autos nur noch die Hälfte des Treibstoffes benötigen, also rund vier Liter, dann fällt die Bilanz insgesamt durchaus positiv aus.








